Imagefilm-Konzept: Vorlage, Aufbau und Ansätze
Ob ein Imagefilm wirkt, entscheidet sich vor dem Dreh. Kamera, Licht und Schnitt können einen Film schöner machen, aber nicht klüger. Ein gutes Konzept beantwortet vier Fragen: Wen soll der Film erreichen, was soll er sagen, wo wird er laufen und was soll der Zuschauer danach tun?
Ein Konzept ist kein Drehbuch. Es besteht aus Stichpunkten und kurzen Absätzen, meist auf zwei bis drei Seiten. Das Drehbuch folgt erst, wenn das Konzept freigegeben ist. Dieser Ratgeber zeigt eine Vorlage mit zehn Bausteinen, fünf Ansätze, die im Mittelstand tragen, und den Weg vom Konzept bis zum Drehplan. Was ein Imagefilm grundsätzlich ist, steht im Ratgeber „Was ist ein Imagefilm?“.

Warum das Konzept über den Film entscheidet
Die meisten schwachen Imagefilme sind nicht schlecht gedreht. Sie haben nur keine Aufgabe. Man sieht ein Firmengebäude, Menschen am Schreibtisch, ein Logo, und danach weiß der Zuschauer nichts, was er nicht schon vorher geahnt hat.
Wer ein Konzept schreibt, muss sich entscheiden. Für Kunden oder für Bewerber? Für Leute, die Sie noch nicht kennen, oder für Interessenten nach dem dritten Gespräch? Eine kalte Zielgruppe gibt Ihnen 30 Sekunden. Ein warmer Interessent schaut zwei Minuten und will danach Details. Beides in einem Film zu bedienen, gelingt selten.
Unser Ziel im Konzept ist den Kern des Unternehmens sichbar zu machen, das, was Sie vom Wettbewerb unterscheidet. Die kreative Idee folgt daraus.
Konzept für den Imagefilm: Vorlage mit zehn Bausteinen
Diese Vorlage können Sie kopieren und ausfüllen. Die rechte Spalte zeigt, wie die Antworten für einen erfundenen Handwerksbetrieb aussehen könnten, eine Zimmerei mit 25 Leuten.
Können Sie einen der 10 Bausteine nicht beantworten, ist das Konzept noch nicht fertig. Das ist normal und genau der Punkt, an dem ein Konzeptgespräch hilft.
Die Kernbotschaft: ein Satz, der den Film trägt
Ein Satz, den der Zuschauer behalten soll. Nicht drei. Alles im Film zahlt auf diesen Satz ein, alles andere fliegt raus.
Bei der Tischlerei König lautete er sinngemäß: Diese Leute kümmern sich um Ihre Fenster, bevor es Ärger und teure Folgeschäden gibt. Der Film ging an Hausverwaltungen, und in der ersten Woche kamen fünf große Wartungsverträge.
Ein guter Test ist der Tausch-Test. Setzen Sie den Namen eines Wettbewerbers in Ihren Satz ein. Stimmt er dann immer noch, sagt er nichts über Sie. „Kompetenz“, „Leidenschaft“ und „Kundennähe“ sind meist zu generisch.
Fünf Ansätze für ein Imagefilm-Konzept
Die Form folgt aus der Kernbotschaft, nicht umgekehrt. Diese fünf Ansätze tragen im Mittelstand am häufigsten. Welcher passt, zeigt sich im Konzeptgespräch.
DOKUMENTATION aus dem Betrieb
Die Kamera begleitet echte Arbeit, ohne Inszenierung. Passt, wenn Ihr Alltag schon das Argument ist: eine Fertigung, die präzise läuft, ein Team, das eingespielt ist.
VOM PROBLEM zur Lösung
Ein bekanntes oder (noch) unbekanntes Problem ansprechen, größer machen und dann das Unternehmen als Lösung positionieren.
Das Kundenprojekt
Ein einzelner Auftrag von der Anfrage bis zur Übergabe. Wirkt bei Großkunden, die vor allem eines wissen wollen: Schafft dieser Betrieb ein Projekt in unserer Größe? So ist der Film für ABF Bauausführungen entstanden, über 2.000 m² Terrassen für ein saniertes Gewerbeobjekt.
Der Mensch IM FOKUS
Gründer, Geschäftsführung, Mitarbeiter erzählen, warum es die Firma gibt. Funktioniert vor allem, wenn das Produkt oder die Dienstleistung austauschbar ist und es viel um die Persönlichkeit geht, vor allem für Berater, Coaches, Immobilienmakler etc,
Der Ort im Mittelpunkt
Ein Werk, ein Gelände, eine Halle, die mehr sagt als jede Präsentation. Bei TECE war es die Produktion in Emsdetten mit einem Lager, in dem autonome Roboter arbeiten.
Wie diese Ansätze als fertiger Film aussehen, zeigen unsere Imagefilm-Beispiele aus Handwerk, Bau und Industrie.
Aufbau eines Imagefilms: Anfang, Mitte, Ende
Der Anfang: zehn Sekunden
In den ersten Sekunden muss
Aufmerksamkeit erzeugt werden und klar sein, worum es geht. Wer sich gelangweilt fühlt oder nicht versteht, was die Firma macht, scrollt weiter. Eine Logo-Animation am Anfang, verschenkt genau diese Zeit.
Die Mitte: ZEigen statt BehauptEN
Hier zeigt der Film, warum die Kernbotschaft stimmt. Nicht „Wir arbeiten präzise“, sondern eine Szene, in der man Präzision sieht. Jede Szene muss eine Frage beantworten, die der Zuschauer an dieser Stelle hätte.
Das Ende: der nächste Schritt
Am Ende steht, was der Zuschauer jetzt tun kann. Bewerben, anrufen, die Halle besichtigen. Es gibt Ausnahmen, wo der nächste Schritt nicht im Video gezeigt wird, sondern drumherum: auf der Webseite oder der Messe.
Vom Konzept zum Drehbuch und Drehplan
Auf das Konzept folgen drei Dokumente. Jedes baut auf dem vorigen auf und wird einzeln freigegeben. Durch unsere eigene Planungs-Software haben Sie damit weniger Aufwand und brauchen nicht für jede Freigabe ein einzelnes Meeting.
Ein Storyboard mit gezeichneten Bildern braucht ein Imagefilm selten. Es lohnt sich bei inszenierten Szenen trotzdem manchmal mit Referenzbildern und Mood Boards zu arbeiten. Den Ablauf vom Erstgespräch bis zur Abnahme beschreibt die Seite unserer Imagefilm Agentur.
Wie lange soll ein Imagefilm sein?
Die Hauptfassung liegt meist zwischen 90 und 180 Sekunden. Kürzer, wenn der Zuschauer Sie noch nicht kennt, länger, wenn er schon Interesse hat.
Entscheidend sind der Einsatzort und das Vorwissen des Publikums. Wer Sie auf LinkedIn zum ersten Mal sieht, bleibt keine zwei Minuten. Wer nach dem Erstgespräch den Link bekommt, schaut länger. Aus einem Dreh entstehen deshalb meist mehrere Fassungen.
Jede zusätzliche Fassung kostet Schnittzeit, aber kaum Drehzeit. Wie die Länge den Preis beeinflusst, zeigt die Seite zu den Imagefilm-Kosten.
Drohne, Sprecher, Musik: welche Gestaltungsmittel passen
Eine Drohne lohnt sich, wenn der Ort etwas erzählt: ein Werksgelände, eine große Baustelle, ein Betrieb mitten in der Landschaft. Über einem Bürogebäude in der Stadt zeigt sie meist nur Dächer. Elias Münchow, Gründer von Purpose, war beim Spielfilm „RUN“ (2025) Drohnenpilot. Genehmigungen für Flüge holen wir ein und weisen sie im Angebot aus.
Ein Sprecher führt sauber durch den Film und lässt sich in andere Sprachen übertragen. Ein Interview mit Ihren Leuten wirkt glaubwürdiger, braucht aber Menschen, die vor der Kamera natürlich reden. Oft ist die Mischung am besten: Interview für die Stimme des Betriebs und ein Sprecher für die Struktur.
Ob man einen Film gern anschaut, entscheidet sich oft am Ton. "Corporate Musik", die man in ähnlicher Form schon in zehn anderen Filmen gehört hat, macht jeden Betrieb austauschbar. Ein Genremix und präzise gesetztes Sound Design aus Werkstatt oder Halle machen den Film einzigartig. Die Musik ist GEMA-frei oder kommt mit Lizenznachweis.
Eine englische Fassung lohnt sich, wenn Sie international verkaufen oder rekrutieren. Sie entsteht aus demselben Schnitt, mit englischem Sprecher und Untertiteln. Wird sie gleich mitgeplant, ist sie deutlich günstiger als später.
Drei Fehler, An DENEN ein Konzept Scheitert
Alles für alle
Kunden, Bewerber und Investoren sollen zugleich angesprochen werden. Wirklich angesprochen fühlt sich dann keiner. Besser eine Hauptfassung und zwei kurze Schnitte für die anderen Gruppen.
Die Firmengeschichte zuerst
Gründungsjahr, Umzug, Erweiterung. Das interessiert vielleicht ein paar langjährige Mitarbeiter, aber kaum einen Kunden in den ersten zehn Sekunden. Geschichte darf vorkommen, wenn sie etwas über heute sagt.
ALLES KI generiert
Ja, die KI kann heutzutage Texte schreiben, und auch wir nutzen sie im Prozess der Konzeption. Wer sich allerdings 100 % darauf verlässt, kriegt meist durchschnittliche Antworten und reproduziert kitschige Klischees. Wer die KI einsetzt, sollte selbst Ideen und eine klare Vision haben, um sich Zeit, aber nicht das Denken zu sparen.
Wer das Konzept schreibt
Sie können ein Konzept selbst schreiben, welche Punkte dafür nötig sind, haben wir oben beschrieben. Doch meist gehört zu einem Konzept mehr als nur eine vollständige Beschreibung, sondern auch eine zündende Idee, die das Ganze einzigartig macht.
Bei uns gehört das Konzept zu jedem Projekt: Im Anschluss an das Erstgespräch bekommen Sie es zusammen mit dem Festpreis. Erst wenn Sie das Konzept inhaltlich freigegeben haben, wird gedreht. Was vor dem Drehtag sonst noch geklärt sein muss, steht in der Imagefilm-Checkliste.
Fragen zum Imagefilm-Konzept
Was ist der Unterschied zwischen Konzept und Drehbuch?
Im Konzept steht, was der Film erreichen und sagen soll. Im Drehbuch steht das Wie, Szene für Szene, mit Interviewfragen und Sprechertext.
Kostet das Konzept extra?
Die Vorbereitung dauert meist mehrere Wochen und ist inklusive Vorgespräch und Konzept bei uns im Preis enthalten. Dieser beginnt ab 5.000 €. Wovon der Preis abhängt, zeigt der Preisrahmen.
Wie lang ist ein Imagefilm-Konzept?
Meist zwei bis drei Seiten. Länger wird es selten besser.
Wie dreht man einen Imagefilm, ohne den Betrieb anzuhalten?
Wir filmen im laufenden Betrieb, in Schichten und Pausen. Von Ihnen braucht es eine Person, die weiß, wann welche Maschine läuft und wer wo arbeitet.
Wo der fertige Film später läuft und wie Sie ihn bekannt machen, steht im Ratgeber zum Imagefilm im Marketing. Wollen Sie das Konzept lieber gemeinsam mit uns entwickeln? Das Konzeptgespräch ist bei uns der erste Schritt.
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