Ratgeber

Imagefilm-Konzept: Vorlage, Aufbau und Ansätze

Ob ein Imagefilm wirkt, entscheidet sich vor dem Dreh. Kamera, Licht und Schnitt können einen Film schöner machen, aber nicht klüger. Ein gutes Konzept beantwortet vier Fragen: Wen soll der Film erreichen, was soll er sagen, wo wird er laufen und was soll der Zuschauer danach tun?

Ein Konzept ist kein Drehbuch. Es besteht aus Stichpunkten und kurzen Absätzen, meist auf zwei bis drei Seiten. Das Drehbuch folgt erst, wenn das Konzept freigegeben ist. Dieser Ratgeber zeigt eine Vorlage mit zehn Bausteinen, fünf Ansätze, die im Mittelstand tragen, und den Weg vom Konzept bis zum Drehplan. Was ein Imagefilm grundsätzlich ist, steht im Ratgeber „Was ist ein Imagefilm?“.

Elias Münchow
Gründer & Creative Director
Aktualisiert am 05.10.2026
8 Min. Lesezeit

Warum das Konzept über den Film entscheidet

Die meisten schwachen Imagefilme sind nicht schlecht gedreht. Sie haben nur keine Aufgabe. Man sieht ein Firmengebäude, Menschen am Schreibtisch, ein Logo, und danach weiß der Zuschauer nichts, was er nicht schon vorher geahnt hat.

Wer ein Konzept schreibt, muss sich entscheiden. Für Kunden oder für Bewerber? Für Leute, die Sie noch nicht kennen, oder für Interessenten nach dem dritten Gespräch? Eine kalte Zielgruppe gibt Ihnen 30 Sekunden. Ein warmer Interessent schaut zwei Minuten und will danach Details. Beides in einem Film zu bedienen, gelingt selten.

30 Sek.
Kalte Zielgruppe
2 Min.
Warmer Interessent

Unser Ziel im Konzept ist nie eine originelle Idee. Es ist der Kern des Unternehmens: das, was Sie von zehn ähnlichen Firmen unterscheidet. Die Idee folgt daraus.

Konzept für den Imagefilm: Vorlage mit zehn Bausteinen

Diese Vorlage können Sie kopieren und ausfüllen. Die rechte Spalte zeigt, wie die Antworten für einen erfundenen Handwerksbetrieb aussehen könnten, eine Zimmerei mit 25 Leuten.

Baustein
Leitfrage
Beispiel Zimmerei
1. Ziel
Was soll nach dem Film passieren?
Mehr Anfragen für Aufstockungen in Holzbauweise
2. Zielgruppe
Wer soll den Film sehen?
Bauherren und Architekten in der Region
3.Vorwissen
Was weiß der Zuschauer schon?
Kennt Holzbau, kennt den Betrieb nicht
4. Einsatzorte
Wo läuft der Film?
Startseite, Angebote per E-Mail, Messe
5.Kernbotschaft
Welcher Satz soll bleiben?
Eine Aufstockung aus Holz steht in wenigen Tagen
6. Belege
Was beweist den Satz im Bild?
Abbund in der Halle, Montage auf dem Dach an einem Tag
7. Protagonisten
Wer spricht, wer ist zu sehen?
Meister, zwei Gesellen, ein Bauherr
8. Drehorte
Wo wird gedreht?
Abbundhalle, eine laufende Baustelle
9. Ton
Sprecher, Interview oder nur Musik?
Interview mit dem Meister, Originalgeräusche
10. Handlung danach
Was tut der Zuschauer jetzt?
Ruft für eine Einschätzung des eigenen Dachs an

Können Sie Baustein 5 nicht in einem Satz beantworten, ist das Konzept noch nicht fertig. Das ist normal und genau der Punkt, an dem ein Konzeptgespräch hilft.

Die Kernbotschaft: ein Satz, der den Film trägt

Ein Satz, den der Zuschauer behalten soll. Nicht drei. Alles im Film zahlt auf diesen Satz ein, alles andere fliegt raus.

Bei der Tischlerei König lautete er sinngemäß: Diese Leute kümmern sich um Ihre Fenster, bevor es Ärger gibt. Der Film ging an Hausverwaltungen, und in der ersten Woche kamen fünf große Wartungsverträge.

Ein guter Test ist der Tausch-Test. Setzen Sie den Namen eines Wettbewerbers in Ihren Satz ein. Stimmt er dann immer noch, sagt er nichts über Sie. „Qualität“, „Leidenschaft“ und „Kundennähe“ fallen fast immer durch.

Fünf Ansätze für ein Imagefilm-Konzept

Die Form folgt aus der Kernbotschaft, nicht umgekehrt. Diese fünf Ansätze tragen im Mittelstand am häufigsten. Welcher passt, zeigt sich im Konzeptgespräch.

Team einer Tischlerei steht gemeinsam in der Werkstatt, zwischen Holzbohlen und fertigen Rundbogenfenstern
01

Reportage aus dem Betrieb

Die Kamera begleitet echte Arbeit, ohne Inszenierung. Passt, wenn Ihr Alltag schon das Argument ist: eine Fertigung, die präzise läuft, ein Team, das eingespielt ist.

Tischler mit Gehörschutz richtet ein Werkstück an der Formatkreissäge aus, darüber der Schriftzug „Werkstatt“
02

Ein Tag im Unternehmen

Vom Schichtbeginn bis zum Feierabend. Dieser Ansatz eignet sich besonders für Bewerber, weil er zeigt, wie sich die Arbeit anfühlt, nicht nur wie sie aussieht.

Mann im Sakko und Handwerker in Zunftkleidung mit Tablet im Gespräch auf einem Gründach.
03

Das Kundenprojekt

Ein einzelner Auftrag von der Anfrage bis zur Übergabe. Wirkt bei Großkunden, die vor allem eines wissen wollen: Schafft dieser Betrieb ein Projekt in unserer Größe? So ist der Film für ABF Bauausführungen entstanden, über 2.000 m² Terrassen für ein saniertes Gewerbeobjekt.

Ein Mann mit Bart und grüner Weste steht im Freien vor Bäumen und einem weißen Transporter.
04

Der Mensch an der Spitze

Inhaber oder Geschäftsführung erzählen, warum es die Firma gibt. Funktioniert nur, wenn diese Person vor der Kamera frei reden kann. Sonst lieber ein Interview mit dem Team.

Blick durch einen Gang zwischen Hochregalen auf ein hell erleuchtetes Hallentor
05

Der Ort im Mittelpunkt

Ein Werk, ein Gelände, eine Halle, die mehr sagt als jede Präsentation. Bei TECE war es die Produktion in Emsdetten mit einem Lager, in dem autonome Roboter arbeiten.

Wie diese Ansätze als fertiger Film aussehen, zeigen unsere Imagefilm-Beispiele aus Handwerk, Bau und Industrie.

Aufbau eines Imagefilms: Anfang, Mitte, Ende

1

Der Anfang: zehn Sekunden

In den ersten Sekunden muss klar sein, worum es geht: Betrieb, Arbeit, Ort. Wer nicht sofort versteht, was die Firma macht, scrollt weiter. Ein Logo, das sich langsam dreht, verschenkt genau diese Zeit.

2

Die Mitte: Belege statt Behauptungen

Hier zeigt der Film, warum die Kernbotschaft stimmt. Nicht „Wir arbeiten präzise“, sondern eine Szene, in der man Präzision sieht. Jede Szene muss eine Frage beantworten, die der Zuschauer an dieser Stelle hätte.

3

Das Ende: der nächste Schritt

Am Ende steht, was der Zuschauer jetzt tun kann. Bewerben, anrufen, die Halle besichtigen. Fehlt dieser Schritt, bleibt es bei einem netten Eindruck.

Vom Konzept zum Drehbuch und Drehplan

Auf das Konzept folgen drei Dokumente. Jedes baut auf dem vorigen auf und wird einzeln freigegeben.

Dokument
Inhalt
Wer gibt frei
Konzept
Ziel, Zielgruppe, Kernbotschaft, Ansatz, Einsatzorte
Geschäftsführung oder Marketing
Drehbuch mit Szenenfolge
Jede Szene in Reihenfolge, Interviewfragen, Sprechertext
dieselbe Person
Drehplan
Zeiten, Orte, Personen, Technik pro Szene
Ansprechperson vor Ort

Ein Storyboard mit gezeichneten Bildern braucht ein Imagefilm selten. Es lohnt sich bei inszenierten Szenen mit Darstellern, kaum bei Reportage oder Interview. Den Ablauf vom Erstgespräch bis zur Abnahme beschreibt die Seite unserer Imagefilm Agentur.

Wie lange soll ein Imagefilm sein?

Die Hauptfassung liegt meist zwischen 90 und 180 Sekunden. Kürzer, wenn der Zuschauer Sie noch nicht kennt, länger, wenn er schon Interesse hat.

Entscheidend sind der Einsatzort und das Vorwissen des Publikums. Wer Sie auf LinkedIn zum ersten Mal sieht, bleibt keine zwei Minuten. Wer nach dem Erstgespräch den Link bekommt, schaut länger. Aus einem Dreh entstehen deshalb meist mehrere Fassungen.

Einsatz
Länge
Warum
Startseite
90 bis 120 s
Besucher haben Interesse, aber wenig Zeit
Vertrieb nach dem Erstgespräch
2 bis 3 min
Der Interessent will Details
Social Media
15 bis 30 s
Die Entscheidung zum Weiterschauen fällt in Sekunden
Messe
Loop ohne Ton
Am Stand bleibt niemand zwei Minuten stehen
Stellenanzeige
30 bis 60 s
Bewerber wollen den Arbeitsplatz sehen
Präsentation
etwa 30 s
Ein Ausschnitt ersetzt drei Folien

Jede zusätzliche Fassung kostet Schnittzeit, aber kaum Drehzeit. Wie die Länge den Preis beeinflusst, zeigt die Seite zu den Imagefilm-Kosten.

Drohne, Sprecher, Musik: welche Gestaltungsmittel passen

Drohnenaufnahmen im Imagefilm

Eine Drohne lohnt sich, wenn der Ort etwas erzählt: ein Werksgelände, eine große Baustelle, ein Betrieb mitten in der Landschaft. Über einem Bürogebäude in der Stadt zeigt sie meist nur Dächer. Elias Münchow, Gründer von Purpose, war beim Spielfilm „RUN“ (2025) Drohnenpilot. Genehmigungen für Flüge holen wir ein und weisen sie im Angebot aus.

Sprecher oder Interview

Ein Sprecher führt sauber durch den Film und lässt sich in andere Sprachen übertragen. Ein Interview mit Ihren Leuten wirkt glaubwürdiger, braucht aber Menschen, die vor der Kamera natürlich reden. Oft ist die Mischung am besten: Interview für die Stimme des Betriebs, wenige Sätze Sprecher für die Struktur.

Musik und Ton

Ob man einen Film gern anschaut, entscheidet sich oft am Ton. Musik aus der Bibliothek, die man schon in zehn anderen Filmen gehört hat, macht jeden Betrieb austauschbar. Originalgeräusche aus Werkstatt oder Halle machen ihn erkennbar. Die Musik ist GEMA-frei oder kommt mit Lizenznachweis.

Fassungen auf Englisch

Eine englische Fassung lohnt sich, wenn Sie international verkaufen oder rekrutieren. Sie entsteht aus demselben Schnitt, mit englischem Sprecher und Untertiteln. Wird sie gleich mitgeplant, ist sie deutlich günstiger als später.

Drei Fehler, die ein Konzept verrät

Alles für alle

Kunden, Bewerber und Investoren sollen zugleich angesprochen werden. Gemeint fühlt sich dann keiner. Besser eine Hauptfassung und zwei kurze Schnitte für die anderen Gruppen.

Die Firmen­geschichte zuerst

Gründungsjahr, Umzug, Erweiterung. Das interessiert intern, aber kaum einen Kunden in den ersten zehn Sekunden. Geschichte darf vorkommen, wenn sie etwas über heute sagt.

Kein Platz für den Zufall

Wer jede Sekunde festlegt, lässt keine echten Momente zu. Die besten Szenen im Imagefilm sind oft nicht geplant: ein Lachen in der Pause, ein Handgriff, der seit Jahren sitzt. Planen Sie Zeit dafür ein.

Wer das Konzept schreibt

Sie können ein Konzept selbst schreiben, die Vorlage oben reicht dafür. Schwierig wird es meist bei Baustein 5 und 6: Von innen sieht man selten, was das eigene Unternehmen von außen besonders macht.

Bei uns gehört das Konzept zu jedem Projekt: Im Anschluss an das Erstgespräch bekommen Sie es zusammen mit dem Festpreis. Erst wenn Sie das Konzept inhaltlich freigegeben haben, wird gedreht. Was vor dem Drehtag sonst noch geklärt sein muss, steht in der Imagefilm-Checkliste.

Fragen zum Imagefilm-Konzept

Was ist der Unterschied zwischen Konzept und Drehbuch?

Im Konzept steht, was der Film erreichen und sagen soll. Im Drehbuch steht das Wie, Szene für Szene, mit Interviewfragen und Sprechertext.

Wie lang ist ein Imagefilm-Konzept?

Meist zwei bis drei Seiten. Länger wird es selten besser.

Kostet das Konzept extra?

Nein. Vorgespräch und Konzept sind im Preis enthalten. Wovon der Preis abhängt, zeigt die Seite zu den Imagefilm-Kosten.

Wie dreht man einen Imagefilm, ohne den Betrieb anzuhalten?

Wir filmen im laufenden Betrieb, in Schichten und Pausen. Von Ihnen braucht es eine Person, die weiß, wann welche Maschine läuft und wer wo arbeitet.

Vom Konzept zum fertigen Film

Wo der fertige Film später läuft und wie Sie ihn bekannt machen, steht im Ratgeber zum Imagefilm im Marketing. Lieber gemeinsam entwickeln? Das Konzeptgespräch ist bei Purpose der erste Schritt jedes Projekts, und unsere Imagefilm Agentur bringt die Fragen mit.

Konzeptgespräch mit unserer Imagefilm Agentur