Ratgeber

Was ist ein Imagefilm?

Ein Imagefilm ist ein Film, der ein Unternehmen als Ganzes vorstellt: wofür es steht, was es kann und wie dort gearbeitet wird. Anders als ein Werbefilm verkauft er kein einzelnes Produkt, sondern macht sichtbar, was die Firma ausmacht.

So weit die Definition. In der Praxis scheitern viele Filme an genau diesem Punkt. Sie zeigen lächelnde Menschen im Büro, eine Drohne über dem Firmengelände und am Ende das Logo, also Bilder, die jede andere Firma der Branche genauso hätte. Worauf es stattdessen ankommt, steht in diesem Ratgeber. Wenn Sie schon wissen, dass Sie einen brauchen, können Sie Ihren Imagefilm erstellen lassen.

Elias Münchow
Gründer & Creative Director
Aktualisiert am 05.10.2026
7 Min. Lesezeit

Imagefilm: Bedeutung des Begriffs

Das Wort setzt sich aus dem englischen „Image“ und „Film“ zusammen. Gemeint ist das Bild, das andere von einem Unternehmen haben. Im Englischen heißt der Imagefilm meist „corporate film“ oder „company video“, „image film“ versteht man dort seltener.

Daneben sind mehrere Namen für dasselbe Format üblich. Im Mittelstand sagt man eher Unternehmensfilm oder Firmenfilm, online eher Imagevideo, Firmenvideo oder Unternehmensvideo. Fast immer geht es um einen Film, der das ganze Unternehmen vorstellt.

Was einen Imagefilm ausmacht

Jeder Imagefilm arbeitet auf zwei Ebenen gleichzeitig. Auf der ersten liegt die Information: was hergestellt wird, für wen, an welchem Ort. Die zweite läuft nebenher und wirkt stärker. Sie zeigt, wie das Unternehmen auftritt. Ruhig oder laut, sorgfältig oder hektisch, nahbar oder distanziert.

Diese zweite Ebene lässt sich nicht in einen Text schreiben. Ein Zuschauer sieht, wie ein Tischler eine Fensterkante prüft, und weiß danach mehr über die Sorgfalt des Betriebs als nach drei Absätzen über Qualitätsanspruch. Deshalb ist die Bedeutung dieses Formats größer, als seine Länge vermuten lässt. Es beantwortet in kurzer Zeit die Frage, ob man mit diesen Leuten arbeiten möchte.

Was in einen Imagefilm gehört

Vier Dinge braucht fast jeder gute Film dieser Art. Fehlt eines, merkt der Zuschauer es, auch wenn er nicht sagen kann, warum.

Team einer Tischlerei steht gemeinsam in der Werkstatt, zwischen Holzbohlen und fertigen Rundbogenfenstern

Menschen die Wirklich dort arbeiten

Echte Mitarbeitende erkennt man an den Händen, an der Kleidung und daran, wie selbstverständlich sie mit dem Werkzeug umgehen. Darsteller wirken daneben sauberer, aber fremd.

Blick durch einen Gang zwischen Hochregalen auf ein hell erleuchtetes Hallentor

Der Ort, an dem gearbeitet wird

Werkstatt, Halle, Baustelle oder Büro. Der Ort sagt viel darüber, wie ein Betrieb arbeitet, und er bleibt über Jahre gleich.

Tischler mit Gehörschutz richtet ein Werkstück an der Formatkreissäge aus, darüber der Schriftzug „Werkstatt“

Die Arbeit selbst

Nicht das Ergebnis allein, sondern wie es entsteht. Ein fertiges Dach ist ein Foto. Wie es gedeckt wird, ist ein Film.

Mann im Sakko und Handwerker in Zunftkleidung mit Tablet im Gespräch auf einem Gründach.

Ein Grund, danach etwas zu tun

Anrufen, sich bewerben, einen Termin vereinbaren. Will danach niemand etwas tun, hat der Film seine Aufgabe verfehlt, so schön er sein mag.

Welche Arten von Imagefilm es gibt

Unter dem Namen Imagefilm laufen mehrere Formate. Sie unterscheiden sich darin, für wen sie gemacht sind und was sie leisten sollen.

Art
Für wen
Aufgabe
Typische Länge
Unternehmensporträt
Kunden, Partner
Die ganze Firma vorstellen
90 bis 180 s
Arbeitgeberfilm
Bewerber
Arbeitsplatz und Team zeigen
30 bis 90 s
Case Study
Großkunden
Ein Projekt vom Auftrag bis zum Ergebnis belegen
1 bis 3 min
Standort- und Produktionsfilm
Kunden, Öffentlichkeit
einen Ort und seine Abläufe zeigen
1 bis 3 min
Kurzfassungen für Social Media
Alle
Wiedererkennung zwischen den großen Filmen
15 bis 30 s

Oft entstehen zwei davon aus einem Dreh, etwa Porträt und Arbeitgeberfilm. Für Deutsche Dach Dienstleistungen ist neben dem Imagefilm ein eigener Recruitingfilm für Dachdecker entstanden. Wie solche Filme fertig aussehen, zeigen unsere Imagefilm-Beispiele nach Branche.

Für Handwerk und Bau

Hier entscheidet sich viel am Drehort. Gedreht wird auf der Baustelle und in der Werkstatt, während der Betrieb weiterläuft, und oft dient derselbe Film Kunden und Bewerbern. Mehr dazu auf der Seite Imagefilm für Handwerk und Bau.

Für Industrie und Fertigung

Im Werk gelten eigene Regeln: Schichtpläne, Sicherheitszonen, Bereiche, die nicht gefilmt werden dürfen. Wie wir damit umgehen, beschreibt die Seite zum Industriefilm.

Imagefilm, Werbefilm, Erklärfilm: die Unterschiede

Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Für Ihre Anfrage ist der Unterschied wichtig, weil jedes Format eine andere Aufgabe hat.

Imagefilm und Werbefilm

Der Werbefilm will einen Kauf auslösen, meist für ein Produkt und in einer Kampagne mit Enddatum. Er ist kurz, zugespitzt und nach einigen Monaten verbraucht. Der Imagefilm dagegen stellt die Firma dahinter vor und läuft im Schnitt fünf Jahre. Wer ihn sieht, soll Vertrauen fassen, nicht sofort bestellen.

Imagefilm und Erklärfilm

Ein Erklärfilm macht einen Ablauf oder ein Produkt verständlich, häufig animiert. Seine Frage lautet „Wie funktioniert das?“. Beim Imagefilm heißt sie „Wer seid ihr?“. Beides kann in einem Projekt entstehen, aber selten in einem Film.

Imagefilm und Unternehmensvideo

Hier ist die Grenze am unschärfsten. Unternehmensvideo ist der Sammelbegriff für jedes Video, das eine Firma über sich veröffentlicht, vom Imagefilm bis zum Clip für LinkedIn. Imagefilme sind also eine Form davon, nicht umgekehrt.

Wozu Unternehmen einen Imagefilm einsetzen?

Er zeigt, was sich nicht beschreiben lässt, und arbeitet, wenn niemand daneben steht. Bei der Tischlerei König brachte er in der ersten Woche fünf große Wartungsverträge, bei ABF Bauausführungen begleitet er jedes Entscheidungsgespräch mit Großkunden.

Wo die Wirkung endet, gehört dazu: Kein Film ersetzt Vertrieb oder gute Leistung. Alle Vorteile und ihre Grenzen im Einzelnen stehen im Ratgeber zu den Vorteilen eines Imagefilms. Wie Sie ihn einsetzen, damit er tatsächlich gesehen wird, erklärt der Ratgeber zum Imagefilm im Marketing.

Lohnt sich ein Imagefilm für kleine Unternehmen?

Ja, unter zwei Bedingungen. Erstens braucht er ein Publikum, das Sie ohne ihn schwer erreichen: Hausverwaltungen, Großkunden, Bewerber. Zweitens muss das Budget für mehr reichen als Mittelmaß. Unter 5.000 € raten wir ab, weil der Film dann selten mehr sagt, als Sie selbst in zwei Minuten erzählen könnten.

Die Tischlerei König hat rund zehn Mitarbeitende und trotzdem mit ihrem Film gezielt Hausverwaltungen erreicht. Nicht lohnend ist er dagegen, wenn er nur intern läuft und das Unternehmen unter 100 Leute hat. Dann reicht das Gespräch. Weitere Fälle, in denen wir abraten, stehen auf der Seite unserer Imagefilm Agentur.

Fragen rund um den Imagefilm

Was ist ein Imagevideo?

Dasselbe wie ein Imagefilm. „Video“ sagt man eher bei kurzen Fassungen für das Netz.

Wie macht man einen Imagefilm?

Zuerst kommt das Konzept: Ziel, Publikum, Botschaft, Drehorte. Erst dann wird gedreht und geschnitten. Eine Vorlage für das Konzept steht im Ratgeber zum Imagefilm-Konzept, die Punkte vor dem Drehtag in der Imagefilm-Checkliste.

Wie lang ist ein Imagefilm?

Die meisten liegen zwischen 90 und 180 Sekunden. Für Social Media und Messe entstehen kürzere Fassungen aus demselben Material.

Was kostet ein guter Imagefilm?

Bei Purpose beginnt ein Imagefilm bei 5.000 €, im Mittelstand meist ab 12.000 €. Wovon der Preis abhängt, zeigt die Seite zu den Imagefilm-Kosten.

Kann man einen Imagefilm mit KI erstellen?

Teilweise. Wo KI heute hilft und wo man sie bemerkt, vergleicht der Ratgeber zum KI-Imagefilm.

Ihr Unternehmen im Film

Jetzt kennen Sie die Möglichkeiten und die Grenzen. Ob ein Film für Ihren Betrieb sinnvoll ist, klären wir in einem kurzen Gespräch, auch mit dem Ergebnis, dass er es nicht ist.

Imagefilm erstellen lassen