Imagefilm-Checkliste: 25 Punkte vor, am und nach dem Dreh
Die meisten Probleme bei einem Imagefilm entstehen lange vor dem eigentlichen Dreh.
Wer sammelt die Einwilligungen? Wann läuft die Maschine in Halle 2? Wer kümmert sich um saubere Arbeitskleidung? Diese Checkliste sammelt, was wir in über 7 Jahren gelernt haben.
Bei jeder Art von Film- und Videoproduktion gibt drei Phasen: vor dem Dreh, am Drehtag und danach. Arbeiten Sie mit einer Agentur, erledigt sie den Großteil. Wie das inhaltliche Konzept entsteht, das vor dieser Liste liegt, erklärt der Ratgeber zum Imagefilm-Konzept.

Checkliste vor dem Dreh
Diese 14 Punkte entscheiden, ob der Drehtag ruhig wird. Klären Sie sie früh, am besten zusammen mit dem Konzept.
Ziel und Publikum
Ziel in einem Satz: Welche Handlung soll der Film auslösen? Ein Anruf, eine Bewerbung, ein Termin.
Zielgruppe: Kunden, Bewerber, Partner oder Investoren. Eine Gruppe steht im Vordergrund.
Vorwissen: Sieht der Zuschauer Sie zum ersten Mal, oder kennt er Sie schon aus einem Gespräch?
Einsatzorte: Website, Vertrieb, Messe, Social Media, Stellenanzeige. Davon hängen Länge und Format ab.
Inhalt
Kernbotschaft in einem Satz, den der Zuschauer behalten soll.
Konzept und Szenenfolge sind freigegeben, bevor ein Drehtag gebucht wird
Fassungen sind festgelegt: Hauptfilm, Kurzfassungen, 16:9 und 9:16, Sprachen
Menschen und Recht
Protagonisten aus dem eigenen Team ausgewählt, ggf. externe Darsteller & Kleidung gebucht
Schriftliche Einwilligungen nach § 22 KUG und DSGVO von allen, die erkennbar im Bild sind
Betriebsrat informiert, falls es einen gibt und falls erforderlich
Drehgenehmigungen für öffentliche Flächen und für Drohnenflüge beantragt
Bereiche festgelegt, die nicht gefilmt werden dürfen: Prototypen, Bildschirme, Kundendaten
Organisation
Drehtermin im Schicht- oder Bauplan, mit Ausweichtag für Außenaufnahmen
Eine Ansprechperson für den Drehtag benannt, die Abläufe und Räume kennt und den ganzen Tag vor Ort ist, um den Dreh zu begleiten
Checkliste für den Drehtag
Am Drehtag selbst ist wenig zu entscheiden, wenn die Vorbereitung stimmt. Diese sechs Punkte sorgen dafür, dass der Betrieb weiterläuft und das Material vollständig ist.
Ablaufplan liegt allen Beteiligten vor, mit Zeiten pro Drehort
Mitarbeitende wissen, wann sie vor der Kamera stehen, und tragen ihre saubere Arbeitskleidung
Räume sind aufgeräumt, aber nicht steril: Werkzeug darf liegen, Müll nicht
Laute Maschinen und Durchsagen sind für Interviews kurz pausiert oder eingeplant
Schnittbilder sind eingeplant: Hände, Details, Wege zwischen den Stationen
Das Material wird noch am Drehtag doppelt gesichert
Dass ein Dreh den Betrieb nicht anhalten muss, zeigen unsere Filme aus Werkstatt und Baustelle. Wie wir dort vorgehen, steht auf der Seite Imagefilm für Handwerk und Bau. Für Fertigung mit Sicherheitszonen und Werkschutz gelten eigene Regeln, beschrieben auf der Seite zum Industriefilm.
Checkliste nach dem Dreh
20 Punkte sind erledigt, der Film ist trotzdem noch nicht fertig. Diese fünf entscheiden, ob er auch fertiggestellt wird.
Eine Person entscheidet über Korrekturen. Rückmeldungen aus dem Haus werden vorher gesammelt.
Musik ist lizenziert, der Nachweis liegt vor
Untertitel sind erstellt, denn viele Videos laufen ohne Ton
Alle Fassungen sind geliefert und benannt, auch die für Social Media und Messe
Veröffentlichung ist geplant: wo, wann und woran Sie messen, ob der Film wirkt
Wie Sie den Film nach der Abnahme einsetzen, damit er nicht nur auf der Startseite liegt, steht im Ratgeber zum Imagefilm im Marketing.
Interviews vor der Kamera vorbereiten
Fast jeder Imagefilm lebt von Menschen, die über ihre Arbeit sprechen. Gute Interviews kommen nicht vom Auswendiglernen, sondern von guten Fragen und wenig Druck.
Fragen statt Text
Geben Sie Ihren Leuten keine Sätze vor. Wer einen Text aufsagt, klingt wie jemand, der einen Text aufsagt. Besser sind offene Fragen: Was machst du hier genau? Was war das schwierigste Projekt? Was fasziniert dich an deinem Beruf?
Am Arbeitsplatz, nicht im Besprechungsraum
Menschen reden freier dort, wo sie sich auskennen. Ein Gespräch an der Werkbank oder im Lager wirkt glaubwürdiger als eines vor einer weißen Wand.
Zeit lassen
Die besten Sätze kommen oft nach zehn Minuten, wenn die Kamera vergessen ist. Pro Interview braucht es mindestens meist halbe Stunde, auch wenn im Film nur 20 Sekunden davon bleiben. PRO TIPP: Achten Sie aber darauf, dass Sie vor dem Interview nur Smalltalk Fragen stellen und noch NICHT ins Fachliche gehen. Das passiert dann erst im Interview, wenn die Kamera läuft.
Was in der Vorbereitung am häufigsten fehlt
Niemand darf entscheiden
Fünf Personen geben Rückmeldung, keine entscheidet. Jede Korrekturschleife wird dann zur Abstimmung. Legen Sie vor dem Dreh fest, wer das letzte Wort hat.
Die Einwilligungen kommen zu spät
Wer am Drehtag erst unterschreiben soll, sagt manchmal nein. Dann fehlt eine Szene, die schon geplant war. Holen Sie die Einwilligungen ein, bevor der Drehplan steht.
Der Einsatz ist unklar
Erst nach der Abnahme fragt jemand nach einer Version für die Messe oder für LinkedIn. Was vor dem Dreh geplant ist, kostet vor allem Schnittzeit. Fassungen, an die niemand gedacht hat, brauchen manchmal Bilder, die nie gedreht wurden. Etwas neu zu drehen, ist um ein Vielfaches aufwendiger und teurer, als es zu planen und dann zu schneiden.
Was Sie erledigen und was die Agentur übernimmt
Viele Punkte der Liste übernimmt eine gute Produktion für Sie. Einige müssen Sie intern klären.
Bei uns entstehen für Sie vorab ca. 9 Stunden Aufwand: etwa vier für die Abstimmung, vier für die Vorbereitung und eine für die Abnahme. Wie ein Projekt bei uns abläuft, steht auf der Seite unserer Imagefilm Agentur.
Fragen zur Imagefilm-Checkliste
Wir haben einen festen Termin. Wie planen wir rückwärts?
Bestenfalls 8–12 Wochen vor einem konkreten Termin. Natürlich geht es auch schneller, wenn z. B. das Konzept schon steht oder weniger Abstimmungen erforderlich sind. Nach unserer Erfahrung macht es allerdings Sinn, immer genug Puffer einzuplanen, falls das Wetter nicht mitspielt, Personen im Urlaub sind, Räumlichkeiten geblockt sind etc. Pufferzeit schadet nie.
Kostet das Konzept extra?
Die Vorbereitung dauert meist mehrere Wochen und ist inklusive Vorgespräch und Konzept bei uns im Preis enthalten. Dieser beginnt ab 5.000 €. Wovon der Preis abhängt, zeigt der Preisrahmen.
Gilt die Checkliste auch, wenn wir selbst drehen?
Ja, sogar umso mehr. Ohne Agentur fehlt jemand, der an Einwilligungen, Ton und Datensicherung denkt. Gerade diese Punkte sind beim Selbstdreh die häufigsten Lücken.
Gibt es die Checkliste als PDF?
Ja. Über „Liste drucken“ können Sie die Checkliste ausdrucken oder als PDF speichern. Die Punkte sind dafür nummeriert.

Sie müssen nicht jeden Punkt allein beantworten. Im Erstgespräch gehen wir die Liste mit Ihnen durch und sagen, was davon wir übernehmen. Danach bekommen Sie Konzept und Festpreis.
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